Niere und Herz: Zwei Organe, ein Risiko
Eine eingeschränkte Nierenfunktion erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. Gleichzeitig leiden etwa die Hälfte der Menschen mit Herzschwäche an einer chronischen Nierenerkrankung (CKD), oft ohne davon zu wissen. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) empfiehlt deshalb, die Nierenfunktion besonders bei Menschen mit Bluthochdruck, Herzschwäche oder anderen kardiovaskulären Risiken regelmäßig zu überprüfen.
Herz und Niere beeinflussen sich gegenseitig: Hoher Blutdruck kann die Nierengefäße schädigen, während eine chronisch reduzierte Nierenleistung das Herz-Kreislauf-Risiko erhöht – lange bevor eine Dialyse notwendig wird. Gerade leichte bis mittlere Einschränkungen sollten daher ernst genommen werden. Neue Behandlungsmöglichkeiten für Herz- und Nierenerkrankungen machen eine frühe Diagnose noch wichtiger. Gleichzeitig ermöglichen moderne Verfahren wie Einzelzellanalysen und hochauflösende Mikroskopie neue Einblicke in die komplexen Vorgänge innerhalb der Niere.
Die Forschung untersucht dabei unter anderem Gefäßveränderungen und die Wechselwirkungen zwischen Herz und Niere. Nach Einschätzung der DGfN gilt: Je früher ein erhöhtes Risiko erkannt wird, desto gezielter lassen sich Folgeprobleme verhindern.
Lam, C. S. P. et al.
Kidney disease and heart failure: recent advances and current challenges: conclusions from a Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) Controversies Conference.
JACC Journals
3/2026