Wechseljahresbeschwerden ohne Hormone lindern?
Viele Frauen suchen bei Wechseljahresbeschwerden nach hormonfreien, möglichst natürlichen Optionen. Yoga, Qigong, Akupunktur und pflanzliche Präparate werden häufig genutzt. Viele Anwenderinnen stellen sich die Frage, ob ihre Wirksamkeit gut belegt ist. Yoga kann körperliche und psychische Wechseljahresbeschwerden positiv beeinflussen. Eine aktuelle Studie weist darauf hin. Auch bei Schlafproblemen gibt es Hinweise auf einen Nutzen. Qigong zeigte ebenfalls Verbesserungen bei Schlaf, Angst, Depression, körperlichen und urogenitalen Beschwerden sowie der Lebensqualität.
Auch Akupunktur kann bei Schlafstörungen während der Menopause hilfreich sein, dies zeigen ebenfalls entsprechende Untersuchungen. Ob Akupunktur zusammen mit chinesischer Kräutermedizin besser als Schlafmittel wirkt, bleibt dagegen offen: Eine Analyse deutet zwar darauf hin, die Studienqualität reicht jedoch nicht für eine verlässliche Bewertung. Auch für Angst und Depression fehlen belastbare Daten.
Isoflavone aus Soja oder Rotklee können in einer speziellen Dosierung Hitzewallungen in der Peri- und Postmenopause abschwächen. Bei perimenopausalen Frauen wurden zudem Verbesserungen von Müdigkeit, Angst und depressiven Symptomen beobachtet; nach der Menopause könnte auch der Schlaf profitieren. Positive Ergebnisse gibt es auch für Rhapontikrhabarberwurzel-Trockenextrakt. Eine Metaanalyse zeigte nach zwölf Wochen Verbesserungen der Wechseljahresbeschwerden sowie von Angst und Depression.
Eine große Studie ergab zudem keinen Hinweis auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Bei weiteren pflanzlichen Mitteln ist die Evidenz bislang zurückhaltend. Einzelne Studien deuten auf Vorteile von Johanniskraut bei Schlafproblemen und Salbei gegen Hitzewallungen hin. Auch Bockshornklee, Erd-Burzeldorn, Riesenfenchel und Ginseng wurden untersucht und zeigten teilweise positive Effekte auf einzelne postmenopausale Beschwerden.
Utz, S. et al.
Komplementärmedizinische Therapieempfehlungen bei peri- und postmenopausalen Beschwerden
Die Gynäkologie
6/2026